ARMANDS STRAZDS

wurde 1970 in Riga (Lettland) geboren, studierte zunächst in seiner Heimatstadt und von 1992 bis 1996 in Lübeck bei Friedhelm Döhl Komposition. Seit 1996 lebt er in Bremen. Er arbeitet als Projektmanager und Softwareentwickler bei der Firma MDC. Das gemeinsam mit dem lettischen Regisseur Modris Tenisons entwickelte Projekt "Zimej" ist das zentrale Objekt des EXPO-Beitrags von Lettland. Sein Schaffensspektrum erstreckt sich vom Bau virtueller Komponisten bis zu großen vokal-sinfonischen Formen wie Oratorium oder Messe. Sein jüngstes Werk nennt er sonospace. Es ist algorithmisch komponiert; statt Noten bilden Zahlenwerte die Grundlage für die Partituren. Das Programm, aus dem sonospace seine Informationen holt, erstellt je nach Vorgabe des Komponisten eine unendliche Kette von Klangvariationen. Die Musik wiederholt sich nie, sie klingt immer anders. Das bezieht sich nicht nur auf das jeweilige Thema, sondern auch auf die Instrumente. sonospace kann unter beliebig vielen Instrumenten auswählen und diese fortwährend neu arrangieren. Damit sind unendliche Variationen möglich, die selbst in hundert Jahren Spieldauer eine Wiederholung des Materials ausschließen. Das Solostück Glasperlenspiel (1991) für Klavier wurde von dem berühmten gleichnamigen Roman Hermann Hesses inspiriert. Armands Strazds nennt dieses Buch seine "musikalische Bibel".