Das 21. Jahrhundert

Eine Reise durch Städte der Zukunft


© Bitter + Bredt Fotographie
Szenographie:
-Hélène Robert mit "Aatelier 21"
Inhaltliches Konzept:
-Fachbeirat 21. Jahrhundert

Die Ausstellung Das 21. Jahrhundert war gleichermaßen Gegenstück und Ergänzung zur Ausstellung Planet of Visions. Mit experimentellen Mitteln sollte gezeigt werden, wie fiktive Menschen im 21. Jahrhundert leben könnten, sollte sich die zukünftige Entwicklung am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren.

Wie kann der Einzelne seinen Teil dazu beitragen, dass künftige Generationen eine gerechtere und menschenfreundlichere Welt vorfinden? Lohnt sich ein solches Engagement überhaupt? Gibt es tatsächlich Visionen von einer besseren Zukunft, die so überzeugend und realistisch sind, dass sie die Passivität vieler Menschen aufbrechen und in Zuversicht und Eigeninitiative verwandeln können? Diese aktuellen und ganz und gar nicht utopischen Fragen waren die zentralen Themen der Ausstellung, die den Besucher mitten hinein in konkrete Beispiele einer fiktiven Zukunft führten. Die Botschaft lautete: Das 21. Jahrhundert kann gestaltet werden!

Die Archäologie rekonstruiert und beschreibt mittels Fundstücken und Fragmenten die Vergangenheit. In der Ausstellung Das 21. Jahrhundert wurde dieses Prinzip genutzt, um aus der Perspektive eines zukünftigen "heute" die "vergangene" Zeit zwischen den Jahren 2000 bis 2100 näher zu beleuchten. Der Besucher schlenderte durch eine Ausgrabungsstätte und "grub" sich rückwärts durch die Zeitschichten 2100, 2070 und 2030 bis ins Jahr 2000. Die fiktive Journalistin Lisa begleitete den Besucher auf seiner Zeitreise.

Erste Station war das Jahr 2100: Hier wurde das sogenannte Zero-Impact-Verfahren vorgeführt, eine futuristische archäologische Methode, die es möglich macht, die unterirdischen Netzwerke von Städten zu betrachten, ohne die Erdoberfläche aufzugraben.

Im Jahr 2070 wurde der Besucher zum Archäologen und entdeckte Fundstücke, die es ihm erlaubten, Rückschlüsse auf den Alltag der Vergangenheit zu ziehen. Schauplätze waren die Städte Aachen, São Paulo, Shanghai und Dakar. In Aachen fand er zum Beispiel den Goldenen Daumen, mit dessen Hilfe sich Verträge wieder per Handschlag schließen lassen. In São Paulo kam der Hairmax zum Vorschein. Pilzsporen werden durch ein innovatives biotechnologisches Verfahren so verändert, daß sie auf der Kopfhaut ausgesät werden können und wie echte Haare wachsen. In Shanghai half der Holobrowser Architekten bei der Arbeit, und in Dakar war das traditionelle Kleidungsstück Boubou so verändert, dass man damit auch sitzen konnte.

Das Jahr 2030 führte den Besucher direkt in die Städte. In Aachen traf er auf die drei Firmengründer Jan, Angelika und Danielle von BioZell International, die Diabetes erfolgreich bekämpfen. In Sao Paulo berichtete Maria, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, von ihrem Engagement für ein neues Verkehrssystem. In Shanghai arbeitete der Wissenschaftler Daming Zhou an Projekten zur Stadtentwicklung. In Dakar hatte sich die Familie von Mohamadou mit Textilien einen Platz auf dem Weltmarkt erobert. Fallbeispiele, an denen sich nachhaltige Stadtentwicklung personalisiert festmachen ließ.

Die Zeitreise endete schließlich in der Gegenwart, dem Jahr 2000, mit der Präsentation von fünf beispielhaften "Weltweiten Projekten" aus Australien, Bolivien, Malawi, Pakistan und den USA sowie der Präsentation weiterer nachhaltiger Projekte im sogenannten "Ort der Quellen".

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