Wissen, Information, Kommunikation

Mit Robotern schwärmen


© Klaus Boehm, Fotograf SICK AG
Szenographie:
-Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM)
Inhaltliches Konzept:
- Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM), Karlsruhe
Mit der Ausstellung Wissen, Information, Kommunikation, entwickelt vom Szenographenteam um Olaf Arndt vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, gelang ein in dieser Form noch nie da gewesenes Gesamtkunstwerk. Grundidee war die räumliche Darstellung eines Netzwerkes von Computern (und Computernutzern), die sich ohne hierarchische Strukturen zu einem sinnvollen Ganzen zusammenschließen. Nur sahen hier die Computer anders aus als gewohnt: 72 eiförmige, sich selbst steuernde Roboterwesen, die untereinander vernetzt, aber gleichzeitig mit eigener Entscheidungsmacht ausgestattet waren, bewegten sich wie fremde Intelligenzen von einem fernen Planeten durch den in Farbstimmungen und Klangatmosphären pulsierenden Raum. Das Projekt präsentierte aktuelle Erkenntnisse über die Komplexität von Netzwerken und das Zusammenwirken künstlicher Intelligenzen. Roboter, die in einen schwarmartigen Verbund integriert waren und autonom eine künstliche, spielerische Welt erschufen.

Bis zu 17.000 Besucher täglich bewunderten diese technoiden Vorboten einer maschinellen, vernetzten Intelligenz, die sich ohne erkennbare Steuerung von außen bewegten und zum Aufladen ihrer Batterien selbsttätig an die Ladestation rollten.

Die Ausstellung war eine experimentelle Versuchsanordnung. Erkenntnisse darüber, wie die autonomen Roboter reagierten, ob sie als thematische Gruppen erkennbar waren oder nicht, wurden laufend ausgewertet. Über Funk waren alle Infokapseln miteinander vernetzt. Mit Sensoren tasteten sie ihre Umgebung ab und hielten voneinander Abstand. Die mobilen Objekte reagierten auf den Besucher, sie wichen ihm aus und verloren dennoch nicht den Kontakt zu ihrem Schwarm. Ließ der Besucher die Infokapseln an sich vorbei gleiten, zogen sie selbständig ihre Bahnen. Standen Besucher im Weg, stießen die Roboter sanft an und schoben sich dann langsam durch die Menschen.

Alle Elemente der Ausstellung waren per Timecode und räumlicher Anordnung aneinander gekoppelt und verarbeiteten so die Reaktionen der Besucher: die mobilen sphärischen Wesen, ihr eigener, unverwechselbarer Bildercode, ihre Soundumgebung und die Lichtatmosphären. In die mobilen Infokapseln wurden assoziative Filmsequenzen zu den Themen Technologieentwicklung, Bildung und Informationsgesellschaft eingespielt. Wie ein großes Puzzle setzen sie sich immer wieder neu im Raum zusammen. Der Besucher surfte zwischen dreidimensionalen Informationsquellen.

Ergänzende wissenschaftliche Sondermodule beschäftigten sich mit den Zukunftstrends der Miniaturisierung in der Mikro- und Nanotechnik und mit Forschungshighlights aus allen Wissensgebieten: In einer Art Zoom vom Kleinsten bis zum Größten öffneten sich Einblicke in die sonst verborgenen Welten des Mikro- und Makrokosmos. Abschließend präsentierte sich die autonome Region Madeira mit ihrer Vision einer vernetzten Gesellschaft unter dem Motto Connected Intelligence.

Das Projekt hat nicht nur bei den Besuchern, sondern auch weltweit Aufmerksamkeit in Wissenschaft und Kunst erregt. Es gab Anfragen von Forschungszentren, Museen und Science-Parks, die die Ausstellung übernehmen wollten. Den Zuschlag erhielt schließlich die Stadt Oberhausen, die die Ausstellung in einen neu entstehenden Wissenschaftspark integrieren will.

Mitglieder im Thema "Wissen, Information, Kommunikation"
 - Alcatel
 - Hubert Burda Media
Wissenschaftliche Kooperationspartner
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