Die Zukunft der Arbeit

Im Welttheater der Arbeit


© Architectures Jean Nouvel
Szenographie:
-Architectures Jean Nouvel /Choreographie Frédéric Flamand
Inhaltliches Konzept:
- Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
- Zukunft-der-Arbeit.com
 
Das Herzstück der Ausstellung Zukunft der Arbeit sollte die Besucher herausfordern: die Zukunft der Arbeit als tänzerischer Live-Act, aufgeführt im Dreißig-Minuten-Takt an den Wänden einer 9 Meter hohen, 30 Meter breiten und 60 Meter langen elliptischen Arena. Eine kleine Multimedia-Revolution: die Verbindung von Tanzperformance, Videoskulptur und Architektur. Die Botschaft der Rundum-Performance auf Stahlgerüsten: In der Informationsgesellschaft muss der Mensch im Mittelpunkt der Zukunft der Arbeit stehen. Ohne sein Engagement und seine Verantwortung werden die Probleme der künftigen Gesellschaften kaum zu bewältigen sein.

Die Situation könnte drängender nicht sein: Entweder wir organisieren bei knapper werdender Erwerbsarbeit eine Tätigkeitsgesellschaft und verbinden die soziale Sicherung mit sozial bedeutsamen Tätigkeiten oder wir lassen es zu, dass große Teile der sogenannten Erwerbsbevölkerung ins finanzielle und moralische Abseits gedrängt werden. Die daraus resultierenden Konflikte werden nicht leicht befriedet werden können. Eines ist also sicher: Die Zukunft der Arbeit wird anders gestaltet werden müssen!

Schon nach dem ersten Entwurf von Jean Nouvel stand 1997 fest, die Zukunft der Arbeit nicht im Rahmen einer konventionelle Ausstellung zu präsentieren, sondern als Theater in einer sprechenden Architektur. Aber es musste noch der belgische Choreograph Frédéric Flamand hinzukommen, um schließlich die verblüffende Gesamtkomposition zu entwickeln, die genauso faszinierend von der Einsamkeit in der virtualisierten Arbeitswelt wie von der Ungleichzeitigkeit globaler Arbeitsverhältnisse erzählen konnte.

Die digitale Revolution wird die soziale und politische Umwelt ähnlich grundlegend verändern, wie es in den letzten 250 Jahren die industrielle Revolution getan hat. Zwei Schriftinstallationen auf dem Grid, auf denen die Geschichte der Arbeit erzählt wurde, leiteten die Besucher zu einem spiralförmigen Abgang in die Main-Show der Ausstellung. Über diese Rampe, die die Besucher rings um Schattenprojektionen aus dem Innern der Arena herabführte, wurde der Eingang zum umgedrehten Globe-Theatre der Arbeit erreicht. So wurden die Besucher dazu gebracht, sich den Raum durch die Wegführung zu erschließen und das Thema zu umkreisen, um schließlich selbst im Zentrum zu stehen.

Frédéric Flamand machte aus der großen Ellipse einen multimedialen Kunst-Raum für szenische Bilder und simultane Aktionen. Einhundert, eigens für die Show gecastete Tänzer aus 33 Ländern traten täglich acht Stunden auf. In neun Tänzen der Arbeit wurden die wichtigsten Themen der Zukunft der Arbeit thematisiert: Informatisierung und Globalisierung der Arbeitswelt; Arbeit in globalen Netzwerken; Flexibilität und Mobilität als Herausforderung, aber auch als mögliche Überforderung des Einzelnen; soziale Sicherheit; Gesundheit; Umwelt; Integration von Behinderten sowie das Alltagsleben und der mit allen Veränderungen einhergehende Wertewandel. Die Lust an der Live-Darstellung, aber auch die Ironie vieler Szenen begeisterten das Publikum.

Am Ende der Ausstellung konnten sich die Besucher in einem Multimedia-Forum an gläsernen Multimedia-Tischen über Einzelaspekte und weiterführende Projekte der Ausstellungspartner informieren. Der Clou des Forums: ein voll funktionsfähiges virtuelles Arbeitsamt.

Mitglieder im Thema "Die Zukunft der Arbeit"
 - Bundesanstalt für Arbeit
 - Adecco
 - Deutscher Gewerkschaftsbund/Deutsche Angestellten Gewerkschaft
 - HVBG Berufsgenossenschaften
 - Sozialverband Deutschland
 - Zentralverband des Deutschen Handwerks
Wissenschaftliche Kooperationspartner
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