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Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Arthur Schopenhauer hat mit diesen Worten die unsymmetrische Wertschätzung der Gesundheit charakterisiert: Nur wer krank ist weiss, was Gesundheit bedeutet. Dieser allzu menschliche Tatbestand ließ den japanischen Szenographen Toyo Ito seine Grundidee entwickeln: sein Raum der Ruhe und seine Entspannungsliegen waren ein spektakulärer Beitrag zur Erlebniswelt des Themenparks. Gesundheit als Wellbeing - darum ging es.
Insgesamt fünf Millionen Minuten lang entspannten sich die Besucher in den 120 Ruhe-Liegen des meditativen Hauptraumes. Über Tausend Besucher fragten schriftlich an, ob die Liegen zum Verkauf stünden. Alle waren begeistert, das hatte es noch nicht gegeben: Wohlfühlen im drei Minuten-Takt. So lange dauerte eine Schaukeleinheit auf den Liegen, die Toyo Ito eigens für die Ausstellung entworfen hatte.
Die Grundthese lautete: Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Sie ist ein Zustand des vollkommenen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens. Gesundheit wurde als ein komplexes System erlebt, das den verschiedensten Einflüssen unterliegt.
Die Rauminszenierung betonte die meditative Grundidee: völlige Reduktion der Architektur, nichts anderes als Farbe und Licht. Videos, das einzige Zugeständnis an den Zeitgeist der medialen Moderne, sollten weder informieren noch unterhalten, sondern waren integraler Bestandteil der kontemplativen Installation. In einem künstlichen See brachen sich die Spiegelungen der Videobilder und verstärkten das allumfassende Gefühl des Wohlbefindens.
Um dem Bedürfnis nach Information über konkrete Daten und Fakten Rechnung zu tragen, war die Preshow bewusst informativ gehalten. Schulklassen suchten gerade diesen Ausstellungsbereich auf: eine Lehrmittelsammlung par excellence. Aber auch bei Fachleuten stieß dieser Teil der Ausstellung auf reges Interesse.
Es waren die Besucher, die nach und nach - und ohne, dass es von den Ausstellungsmachern geplant gewesen wäre - ihre ganz eigene Installation in der Ausstellung aufbauten. Die eigentlich nur rhetorisch gestellte Frage Und wie lautet Ihre Definition für Gesundheit?, formuliert auf einer der 27 Skulpturen im Wald des Wissens, regte viele Besucher dazu an, ihre eigene Definition zu notieren. Später wurde dann ein Kartensystem installiert, dass den Besuchern erlaubte, ihre Meinung frei und unbeschränkt zu äußern.
Der Kontrast zwischen Arm und Reich, die sich immer weiter öffnende Schere bezüglich Lebenserwartung und Gesundheit und die sich daraus ergebenden Herausforderungen für die Zukunft, gerade diese Themen stießen auf größtes Interesse bei den Besuchern. Da passte es ins Bild, dass der Baum Barbara und Banwhari, auf dem das zu erwartende Lebens-Schicksal zweier Menschen, beide geboren im Jahr 2000, der eine reich, der andere arm, im Mittelpunkt vieler Diskussionen stand.
Die Ausstellung, die einerseits Gesundheit erleben ließ, andererseits auf die großen gesundheitspolitischen Herausforderungen verwies, war ein Wagnis. Aber der Spagat ist geglückt und die Botschaft der Ausstellung - Gesundheit für alle - verstanden worden.
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