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EXPO2000
1. Juni - 31. Oktober 2000
Länderportrait

Mauritius



Sozialstaat mit kreolischer Kultur

Arabische und portugiesische Seefahrer hatten die Insel Mauritius gelegentlich angelaufen, doch erst die Niederländer bauten dort 1598 einen ständigen Stützpunkt. Sie benannten die Insel nach ihrem damaligen Statthalter Mauritz von Nassau. Die Niederländer wurden als Kolonialmacht 1715 von den Franzosen abgelöst. Diese begannen eine systematische Besiedlung und errichteten Zuckerplantagen, die sie von schwarzen Sklaven bearbeiten ließen. 1810 eroberten die Briten Mauritius. Nach dem Verbot der Sklaverei ersetzten sie die schwarzen Sklaven durch billige Lohnarbeiter aus Indien. So entstand das bunte Bevölkerungsgemisch des Inselstaates. Bis heute ist sein kreolischer Charme und eine Kultur erhalten geblieben, in der individuelle Freiheit und Verständigung viel zählen.

Als Mauritius 1968 unabhängig wurde, war absehbar, dass mit Zucker allein kein Reichtum mehr zu erwerben war. Die Regierung förderte Sonderwirtschaftszonen, die ausschließlich für den Export produzieren. Sie sorgten für Wachstum, Beschäftigung und bescheidenen Wohlstand. Auch der Tourismus wurde auf- und ausgebaut. Mit ihren Küsten und der bisher weniger erschlossenen Bergwelt bietet die Insel gute Voraussetzungen. Doch zeichnen sich hier auch Konflikte ab. Die Fabriken der Sonderwirtschaftszonen verbrauchen mehr Fläche und Natur, als exklusiver Tourismus vertragen kann, der von weiten Stränden und unberührter Natur lebt.
Das wirtschaftliche Wachstum hat den Aufbau eines Sozialstaates in Mauritius ermöglicht. Die Arbeitslosigkeit liegt unter zehn Prozent, und mehr als 90 Prozent aller Kinder können eine Grundschule besuchen.