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Freitag, 18 März 2022 10:30

Die "Grüne Insel": Irland auf der EXPO 2000

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Noch immer brodelt es auf den britischen Inseln und der Streit zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich aufgrund des Brexit ist präsenter denn je. Irland, das auch als „die grüne Insel“ bezeichnet wird, kommt dabei die verbindende Rolle – zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU.

Doch vor 22 Jahren hätte sich bestimmt niemand vorstellen können, dass es einmal zu einem solch einem Streit kommen würde. Vielmehr war man damals der Auffassung, dass man gemeinsam etwas bewegen kann. So ähnlich hat es auch Birgit Breuel bei einem Besuch in Dublin 1997 zusammengefasst – und holte so die Irische Regierung mit ins immer größer werdende EXPO-Boot.

Das eigene Bild im Fokus

Im Zentrum der Nationenpräsentation stand aber dann ein ganz anderer Aspekt, denn man wollte das Bild der Deutschen über Irland ändern. Fragen Sie sich einmal selber: Welches Bild haben Sie von Irland? Was macht für Sie dieses Land aus?

Sicherlich haben Sie gerade grüne, saftige Wiesen vor Augen gepaart mit einem sehr ländlichen Bild von Menschen und Kultur. Doch genau damit wollte man brechen und zeigen, dass Irland mehr als das ist. Die Inselnation soll dabei nicht nur landschaftlich grün sein, sondern auch technologisch. Insbesondere der Umweltschutz stand dabei im Fokus, wie die Präsentationen von diversen Irischen Firmen zeigten.

Fünf Stationen im Innern führten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher auf eine interaktive Reise durch die prähistorische Vergangenheit Irlands bis in die Zukunft.
Viele werden sich dabei sicherlich noch an die Bildschirme im Eingangsbereich erinnern, die Videos von Irischen Kindern zeigten, die besonders den jungen EXPO-Gästen einen Eindruck von Irland vermitteln sollten – ganz im Sinne der Irischen Planer. Dabei konnte man neben Ausflügen in ein Delphinschutzgebiet auch in ein Torfmoor oder direkt zur Atlantikküste reisen.
Höhepunkt der Ausstellung war dann die Kilkenny-Kalksteinwand. Mit Wind, Regen, Sprache und Klang sprach diese „Sensory Wall“ die Sinne der Besucher an.

Natur(stein) pur

Aber auch architektonisch bot der Irische Pavillon eine ganz neue Erfahrung für Besucherinnen und Besucher. Durch seinen spiralförmigen Aufbau erlaubte er eine interessante Besucherführung und sprach mit den verwendeten Materialien alle Sinne gleichzeitig an.

Auf dem Europaboulevard des Pavillongeländes Ost, zwischen den Pavillons von Italien und Griechenland, stand das 2.400 m² große Gebäude nach dem Entwurf vom „Dúl Team“, welches von dem Landschaftsarchitekten Orna Hanly und dem Architekten Sean Ó Laoire geplant und errichtet worden ist.

Der Grundgedanke des Pavillons sollte dabei an die bereits mehrfach genannte Irische Landschaft mit ihren grünen Hügeln und großen Feldsteinen erinnern. Das Gebäude selber war durch zwei Wände eingefasst: Die eine bestand aus einem Metallgehäuse, das mit Feldsteinen gefüllt war, während die andere aus poliertem Kilkenny-Kalkstein gefertigt war. Dieser besondere Kalkstein ist typisch Irisch und vermittelte so einen unverkennbaren Charakter und zog direkte Parallelen zum Pavillonthema.

Noch heute wirkt der Irische Pavillon modern und atemberaubend. Nach der EXPO 2000 wurde er, wie viele andere Pavillons demontiert und an anderer Stelle wiederaufgebaut. Die Botschaft des Pavillons, ein neues, modernes Bild von Irland zu zeichnen, bleibt also lebendig…

Gelesen 368 mal Letzte Änderung am Samstag, 02 April 2022 10:33
Maurice Semella

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