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Bereits nach wenigen Wochen war klar, dass Planet of Visions und Das 21. Jahrhundert die Publikumsmagneten der Weltausstellung werden würden. Bis zu 30 000 Besuchern flanierten täglich durch die Ausstellungen in der Halle 9. Am Ende waren es über 5,3 Millionen. Wartezeiten von bis zu drei Stunden wurden ohne Murren in Kauf genommen. Muntere Karaoke-Wettbewerbe sorgten für gute Laune in der Warteschlange.
Die ersten prominenten Besucher waren am Eröffnungstag Bundeskanzler Gerhard Schröder und der brasilianische Präsident Henrique Cardozo, die den Themenpark und die Ausstellung Planet of Visions eröffneten. Und weiter ging es mit Boris Becker, Jackie Chan, Prinz Albert von Monaco, den Scorpions, Klaus Maria Brandauer oder den Staatsoberhäuptern von Mozambique, Lesotho, Senegal und Portugal, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.
Ihren besonderen Reiz bezog diese Ausstellung aus der Wirkung der inszenierten Räume. In Planet of Visions war der Raum selbst das Medium, seine Gestaltung und vor allem seine durch Ton, Licht, Gerüche und aufwändige Dekors entwickelte Atmosphäre. Es entstand ein Gesamterlebnis, das die Besucher in eine ganz andere Welt entführte. Eine dreidimensionale, begehbare und erlebbare Welt, die abstrakte Ideenn und komplexe Gedanken veranschaulichte, indem sie sie in assoziative, erzählende Symbole umsetzte.
Planet of Visions erzählte von den Vorstellungen, die Menschen sich über die Jahrhunderte von einer besseren Welt machten. Es ging um die Themen der utopischen Literatur.
Auf Basis der Grundkonzeption haben ab Winter 1996 Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen die inhaltlichen Grundlagen erarbeitet. Auf dieser Arbeit aufbauend und im Dialog mit den Wissenschaftlern schufen die Szenographen Francois Schuiten, Yves Maréchal und Dominique Briand vom Frühjahr 1997 an ihre Entwürfe. Dabei entstanden faszinierende und eindringliche Bilder, wie z. B. das Paradies, ein Raum, in dem ein ganzer Wildgarten einschließlich Giraffe und Einhorn kopfüber von der Decke hingen und sich in einem See spiegelten.
Andere beeindruckende Räume waren die Korridore der Schriften oder der Turm zu Babel. Im Panorama der Utopien zeigten die Statue der Mythe", die Utopie der Stadt, die Soziale Utopie, das Tor der Apokalypse und die Mechanische Utopie die ewigen Hoffnungen, aber auch die ewigen Ängste der Menschheit. Das Panorama mit seinen 140 Metern Länge, 12 Metern Höhe und einer Tiefe von bis zu 20 Metern war das Herzstück der Ausstellung. Mit aufwendiger Bühnentechnik waren hier die Licht- und Schattenseiten der Utopien eindringlich inszeniert.
Annähernd 300 Handwerker, Planer, Architekten, Techniker, Lichtgestalter, Tonkomponisten oder Bühnenmaler arbeiteten bei diesem ungewöhnlichen Ausstellungsvorhaben mit.
Dass die Ausstellungen Planet of Visions und Das 21. Jahrhundert weiter existieren werden, ist vielleicht der schönste Erfolg. Mit einer weiterentwickelten inhaltlichen Konzeption und sicherlich einigen gestalterischen Veränderungen werden die beiden Besuchermagneten in Nordrhein-Westfalen wieder eröffnet.
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